Der letzte Countdown

Jetzt da wir uns dem Ende der vorbereitenden Studium zum letzten großen dritten Teil der Schattenserie nähern, werden immer mehr Zeichen sichtbar, dass wir uns dem Ende wirklich nähern. Diese kurze Serie, die sich mit den Heilig­tums­opfern beschäftigt, widme ich meinem einzigen bisherigen Helfer im Projekt, dem 19jährigen Erik Downes aus Atlanta in den USA, wo er während seiner Studienzeit für mich die Übersetzungen meiner Artikel ins Englische seit März 2010 nachkorrigiert hat.

Er war in seinen Sommerferien auf Costa Rica während eines Badeaufenthalts am Meer ertrunken. Seine ganze Studienklasse war wegen einer Strömung in Schwierigkeiten geraten und wie seine Mutter später, als sie nach Costa Rica geflogen war, erfahren musste, hatte ihr Sohn seine Studienkollegen noch aufgefordert, schnellstens an Land zu schwimmen, denn er als einziger hatte bemerkt, dass sie in Gefahr waren. Sie folgten seinem Rat und als sich einer seiner Kameraden umdrehte, sah er nur noch, dass Erik wie von unsichtbarer Hand unter Wasser gezogen wurde. Er tauchte aber nicht mehr auf.

Durch diesen schrecklichen Unfall habe ich Kontakt zu der Mutter und der Tante Eriks erhalten, die in dieser unendlich traurigen Situation ein so wunderbares christliches Zeugnis ablegten, dass ich es hier nicht unerwähnt lassen darf. Als es noch hieß, dass Erik eventuell gefunden werden könnte und die näheren Umstände seines Verschwindens noch nicht bekannt waren, waren Ihre einzigen Gebete gewesen, dass Gottes Wille geschehe und wenn es denn Sein Wille wäre, dass Erik zur Ruhe gelegt werden sollte, bevor die Verfolgungen beginnen würden, dann wäre es ihr einziger Wunsch, dass sie wenigstens seine Leiche bergen könnten, damit Gewissheit herrschen würde.

Als Eriks Mutter Myrna am 08.01.2011, drei Tage nach der telefonischen Nachricht, dass ihr Sohn verschollen sei, in Costa Rica ankam, war sein Körper gerade gefunden worden und sie dankte Gott für die Erhörung ihrer Gebete. Ihr einziger Wunsch und Gedanke danach war, dass sie bei dem Gedenkgottesdienst für Erik ein starkes Zeugnis für die Gerechtigkeit Gottes abgeben könne und nicht als "gebrochene" Mutter erscheinen möge. Sie wollte allen Jugendlichen zeigen, dass es der Sinn des Lebens ist, Jesus nachzufolgen und in Seinem Werk zu arbeiten, wie dies Erik getan hatte. Sie weiß als Siebenten-Tags-Adventistin, dass sie Erik sehr bald wieder in ihre Arme nehmen wird, denn der Tag der Wieder­kunft ist nicht fern.

Der Gedenkgottesdienst für meinen damals einzigen Freund und Helfer Erik fand am 23 Januar in Florida statt und wer es sich ansehen möchte, kann dies im Archiv auf www.shoressda.org tun. Kurz vorher schrieb mir Myrna, deren einziges Kind Erik war und mit dem sie ein tiefes und enges Verhältnis hatte, nach ihrer Rückkehr aus Costa Rica:

Das Leben hier in Florida geht weiter und es kommen viele Menschen vorbei, um mich zu besuchen und mir ihre Anteilnahme zu zeigen. Sie halten mich ganz schön auf Trab. Ich denke, dass die meisten, die vorbei kommen, sehr überrascht sind, wie gut ich mich oben halte. Ich verweise sie immer auf die Schrift und die spezielle Hoffnung, die uns im 1. Thessalonicher 4 gegeben ist:

Wir wollen euch aber, ihr Brüder, nicht in Unwissenheit lassen in betreff der Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen. Denn das sagen wir euch in einem Worte des Herrn, daß wir, die wir leben und bis zur Wieder­kunft des Herrn übrigbleiben, den Entschlafenen nicht zuvorkommen werden; denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herniederfahren, und die Toten in Christus werden auferstehen zuerst. Darnach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und also werden wir bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet nun einander mit diesen Worten! (1. Thessalonicher 4,13-18)

Mit denen, die kommen und erwartet haben, einen gebrochene Mutter vorzufinden, teile ich die obige Textstelle und ich frage sie dann immer, ob sie um jemanden weinen würden, der nur schläft. Diese Verse waren Eriks Lieblingstext. Als ich mir nochmal seine Bibel ansah, bemerkte ich, dass er das Wort "tröstet" unterstrichen hatte. Manchmal denke ich, dass ihn Gott für diese Zeit vorbereitet hat.

Danke herzlichst für die Mail, die du mir geschickt hast und dass du auch die Träume, die Erik hatte, mit mir geteilt hast. Ich werde Auszüge aus allen Mails, die du mir sandtest, verwenden. Bitte benutze auch du, die Korrespondenz. die du mit Erik geführt hast, wie du möchtest. Ich bin sicher, dass er das auch wollen würde, speziell wenn es eine Seele für Jesus gewinnen könnte.

Erik DownesJa, auch Erik hatte Träume. Sie waren oft sehr persönlicher Natur, aber als mein Freund hat er mir diese mitgeteilt. Aus diesen Träumen konnte ich lesen, welch heftigen inneren Kämpfen Erik als jugendlicher Adventist in der säkularen Umwelt seiner eigenen Gemeinde ausgesetzt war. Er kämpfte unter anderem gegen die weltliche Musik, die überall eingezogen war, einen heroischen inneren Kampf, da er wusste, dass er seinen Geschmack von Jesus ändern lassen müsste, wenn er das Himmelreich sehen wollte. In einem Traum war ihm Jesus auch so erschienen und hatte ihn liebevoll ermahnt. In einem anderen Traum hatte ihn der "Löwe vom Stamme Juda" auf einem Bauplatz (unserem Ministerium) verfolgt. Erik war immer wieder versucht, in die Welt zurückzufallen, aber Jesus holte ihn jedes Mal mit einem persönlichen Traum zu sich zurück.

Unsere letzte Korrespondenz handelte dann auch von einem Traum, den er gehabt hatte. Aber es war diesmal kein persönlicher mehr gewesen, sondern drehte sich um die Vorberei­tungen des Kommens des falschen Christus. Erik hatte gesehen, dass eine besondere "Maschine" in Vorberei­tung war und nun fast vollkommen fertig gestellt ist, um ein dreidimensionales Bild in die Atmosphäre unseres Planeten zu projizieren und sogar die Gedanken der Menschen zu beeinflussen. Er nannte auch das Bluebeam-Projekt, das man auf Youtube finden kann. Es spielen auch die nun vermehrt vorkommenden UFO-Erscheinungen eine große Rolle bei der gefälschten Wieder­kunft. Ich war von seinem Traum so überrascht, weil mir auch ein anderer Adventist kurz vorher einen Traum von sich zugeschickt hatte, in dem es um unsere große Prüfung und den falschen Christus geht. Er hat unglaublich viele Details von dieser falschen Wieder­kunft darin gesehen und die Maschine von Erik in voller Funktion. Die beiden wussten natürlich nichts von den Träumen des jeweils anderen. Nur ich kannte diese Träume und konnte die Parallelen und Übereinstimmung beider Träume sehen.

Die vorletzte Mail von Erik beinhaltete noch einmal einen persönlichen Traum. Er hatte sich Sorgen um mich gemacht, da ich seit einem Monat nichts mehr geschrieben hatte, aber Jesus beruhigte ihn im Traum, dass ich mich am 20. Dezember 2010 melden würde und dann sah Erik noch, dass etwas Wichtiges am 22. Dezember 2010 geschehen würde. Es war wie eine Warnung. Erik hatte abgewartet und tatsächlich schrieb ich ihm am 20. Dezember nach einer sehr arbeitsreichen Zeit. Ich erwähnte den Traum des anderen Adven­tis­ten und dass ich ihn nicht mit ihm teilen könnte, weil er es mir noch nicht explizit erlaubt hatte. Dieser hatte ihn mir nur deshalb gesandt, weil er meinte, er könnte mir bei meinen Studien weiterhelfen. Erik drückte seine Neugier aus, wie wohl sein Traum in dem anderen Traum wieder aufgetaucht sei und ich betete zwei Tage, ob ich ihm wohl den Traum doch senden könnte. Am 22. Dezember hatte ich das Gefühl, dass ich nicht mehr länger warten dürfte und übermittelte Erik den Traum über unsere große Prüfung. Er war so froh, ihn bekommen zu haben und das war die letzte Mail vor seinem Tode, die ich erhalten hatte. Er hatte den 22. Dezember als eine Warnung verstanden. Und so war es auch gewesen.

Ich weiß, dass Erik von uns genommen wurde, weil Jesus die Zukunft besser kennt als wir und ich weiß auch, dass Erik einer der ersten sein wird, die ich im Himmel in die Arme schließen werde, um ihm persönlich für seinen Einsatz für die Vierte En­gels­bot­schaft und seine tiefe Freundschaft zu danken. Er war der respektvollste und liebenswürdigste Bruder, den ich seit meiner Taufe in unseren Reihen gefunden habe.

Ein paar Wochen nach seinem Tod, erhörte unser Herr die Gebete unserer winzigen Gruppe hier um mehr Helfer und Eriks Tante, Lynn, wurde sein Nachfolger. Wir alle freuen uns sehr, dass unser Herr sie berufen hat, die Artikel in Englisch zu korrigieren, was sie in außerordentlichem Fleiß und mit hingebungsvoller Akribie tut. Danke, Lynn, dass du an Bord bist!

Wir beten aber immer noch darum, dass mehr Geschwister aufwachen und diese Botschaften übersetzen. Ich könnte euch noch soviel mehr sagen und mitteilen, aber die Übersetzungen nehmen einfach zu viel Zeit in Anspruch. Deshalb erscheint nur alle paar Monate ein neuer Artikel. Wie traurig werden diejenigen Geschwister sein, die mit ihrem Talent und Sprachkenntnis in der Lage gewesen wären, der Vierten En­gels­bot­schaft und dem Lauten Ruf dienlich gewesen zu sein und so wie Erik und seine Tante am Werk mitgeholfen haben könnten. Aber bald werden sie vor der bitteren Erkenntnis stehen, dass es zu spät ist.

Wir sind alle aufgefordert, ein lebendiges Opfer zu geben, so wie dies Erik tat:

Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. (Römer 12,1)

Darüber hinaus sollen wir ein geistliches Haus, eine geeinigte Gemeinde von heiligen Priestern, bilden und geistliche Opfer bringen:

Und auch ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichem Hause und zum heiligen Priestertum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesum Christum. (1. Petrus 2,5)

Eine Warnung

Wenn wir nun beginnen, ein fast gänzlich übersehenes und beiseite geschobenes Thema des Alten Testaments zu studieren, sollten wir diese Verse immer vor Augen haben. Wir werden uns diesmal einen Teil der Heiligtumslehre ansehen, der nie entziffert wurde und über den nur großes Schweigen herrscht. Es geht um eine speziellen Bestandteil des Opferdiensts, der am Kreuz abgeschafft wurde. Jesus starb exakt zur Zeit der Schlachtung des Abendopfers am Kreuz, wie wir ausführlich in den Kreuzschatten erfahren haben. Das Opferlamm für diesen Teil des täglichen Opfers entschlüpfte dem Priester und der Vorhang des Tempels riss entzwei. Niemand konnte mehr in den Tempel gehen, da das Allerheiligste freigelegt war. Der Opferdienst hatte ein für alle Male aufgehört, da Typ und Anti-Typ perfekt erfüllt waren. Jesus war dieses Opferlamm des täglichen Opfers gewesen und fortan sollten wir uns an Sein Blut wenden, wenn wir Vergebung erhalten wollten.

In unserer Gemeinde weiß man viel über den Heiligtumsdienst, auch wenn dieses Thema so gut wie nicht mehr gelehrt wird. Wir wissen, dass alle Opfer auf das eine vollkommene Opfer hinwiesen, das einstmals Christus, das göttliche Opferlamm, sein würde. Wir kennen somit die anti-typische Bedeutung aller Opfer selbst:

Als aber Christus kam als ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, ist er durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht, das heißt nicht von dieser Schöpfung ist, auch nicht durch das Blut von Böcken und Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. (Hebräer 9,11-12)

Lasst euch also bitte nicht durch ein Studium der Festtage bzw. der Opfer an den Festtagen dazu verleiten anzunehmen, dass wir nun auch wieder anfangen sollten, diese Festtage zu halten. Nein, das ist nicht Gottes Wille:

Und euch, als ihr tot waret in den Vergehungen und in der Vorhaut eures Fleisches, hat er mitlebendig gemacht mit ihm, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat; als er ausgetilgt die uns entgegenstehende Handschrift in Satzungen [das Zeremonialgesetz Mose], die wider uns war, hat er sie auch aus der Mitte weggenommen, indem er sie an das Kreuz nagelte; als er die Fürstentümer und die Gewalten ausgezogen hatte, stellte er sie öffentlich zur Schau, indem er durch dasselbe über sie einen Triumph hielt. So richte euch nun niemand über Speise oder Trank, oder in Ansehung eines Festes oder Neumondes oder von Sabbathen [gemeint sind die Schattensabbate der Festtage und nicht die Siebenten-Tags-Sabbate], die ein Schatten der zukünftigen Dinge sind, der Körper aber ist Christi. (Kolosser 2,13-17)

Oh, wie viel wurde über diese Worte des Apostels Paulus diskutiert und wie falsch wurden sie immer wieder bis in unsere heutige Zeit verstanden!

Wir wissen als Adven­tis­ten, dass vom Zeremonialgesetz die Rede war und dass dieses ans Kreuz genagelt wurde. Wir verstehen auch richtig, dass die Feste, Neumonde und zeremoniellen Sabbate (Schattensabbate), die auf jeden beliebigen Wochentag fallen können, heute nicht mehr eingehalten werden müssen, da sie nur Schatten zukünftiger Dinge sind. Was bedeutet aber der Begriff "Schatten zukünftiger Dinge"? Ein anderes Wort dafür ist "Prophezeiung". Eine Prophezeiung schattet die Zukunft voraus. Und es ist diese Erkenntnis, die wir bisher noch nicht vollends als Gemeinde erlangt haben.

Es gibt ganze Strömungen in und außerhalb des Adventismus, die jetzt wieder anfangen wollen, die jüdischen Festtage einzuhalten. Es gibt sogar jüdisch-adventistische Gruppierungen, die die Menschen zu Tausenden dazu anhalten, von Jesus abgeschaffte Riten wieder einzuhalten. Nein, das ist ein grundlegend falsches Verständnis und eine schreckliche Verirrung anzunehmen, dass wir Gott gefallen könnten, wenn wir nicht verstehen würden, dass diese Dinge Jesus vorausschatteten und heute durch gänzlich andere "Opfer" ersetzt wurden, nämlich geistliche Opfer wie vorher beschrieben. Durch hölzerne Zeremonien können wir Gott niemals gefallen, sondern erfüllen damit wieder nur eine andere Prophezeiung, nämlich dass wir exakt die Fehler des jüdischen Volkes wiederholen, das eine tote Religion (Sardis!) hatte, da sie nicht mehr verstanden, worauf die Zeremonien als Schatten (Prophezeiungen) deuteten, nämlich auf den lebendigen und rettenden Messias.

Viele glauben, dass wir deshalb auch nicht mehr studieren müssten, was diese Riten und Zeremonien exakt bedeuten, weil ja schon alles am Kreuz erfüllt wurde. Sie glauben, dass keine Prophezeiungen mehr für unsere Tage darin erhalten wären. Wie ihr sehen werdet, ist das ein weiterer fataler Irrtum!

Die Herbstfeste als Typus für unsere Zeit

Die Festtage waren mit göttlicher Weisheit in zwei große Abschnitte unterteilt; die Frühlings- und die Herbstfeste. Diese Unterteilung spiegelt sich in dem ersten und dem zweiten Kommen Jesu wider. Die Frühlingsfeste schatteten dabei im wesentlichen die Geschehnisse von der Leidenswoche Jesu bis zum Kommen des pfingstlichen Frühregens voraus, während die Herbstfeste alle Stufen der Gerichtszeit seit 1844 umfassen.

Das Posaunenfest, das die Herbstfeste mit dem ersten sichtbaren Neumond des siebten Monats einleitete, schattete dabei den Mitter­nachts­ruf Millers voraus. Es folgte am 10. Tag des siebten Monats der Ver­söh­nungs­tag und dieser ist der Hauptbestandteil unserer Heiligtumslehre und die Basis unserer gesamten Adventbotschaft. Wir leben bereits seit dem 22. Oktober 1844 in der Erfüllung dieses Yom-Kippur-Tages, der tatsächlich im Himmel stattfindet und gesamt 171 Jahre dauern wird, mit dem Gericht der Toten und der Lebenden zusammen genommen. Dabei gab es ein besonderes Fest, das Laubhüttenfest, das am 15. Tag des siebten Monats begann und sieben Tage dauerte. Mit der Interpretation dieses Festes haben wir im Adventismus unsere Schwierigkeiten, weil es dazu keine klare Stellungnahme Ellen Whites gibt. Aber wir sollten schon verstehen, was gemeint ist, wenn Gott es uns erklärt:

Doch am fünfzehnten Tage des siebten Monats, wenn ihr den Ertrag des Landes eingesammelt habt, sollt ihr das Fest Jahwes feiern sieben Tage; am ersten Tage soll Ruhe sein, und am achten Tage soll Ruhe sein. Und ihr sollt euch am ersten Tage Frucht von schönen Bäumen nehmen, Palmzweige und Zweige von dichtbelaubten Bäumen und von Bachweiden, und sollt euch vor Jahwe, eurem Gott, freuen sieben Tage. Und ihr sollt dasselbe sieben Tage im Jahre als Fest dem Jahwe feiern: eine ewige Satzung bei euren Geschlechtern; im siebten Monat sollt ihr dasselbe feiern. In Laubhütten sollt ihr wohnen sieben Tage; alle Eingeborenen in Israel sollen in Laubhütten wohnen; auf daß eure Geschlechter wissen, daß ich die Kinder Israel in Laubhütten habe wohnen lassen, als ich sie aus dem Lande Ägypten herausführte. Ich bin Jahwe, euer Gott. (3. Mose 23,39-43)

Das Laubhüttenfest soll eine Erinnerung an die Wüstenwanderung von 40 Jahren sein, in denen die Israeliten kein festes Dach über den Kopf hatten, aber doch von Gott beschützt und geführt wurden. Es war aber noch viel mehr eine Warnung für unsere Zeit, denn auch wir sollten die Fehler des alten Israels noch einmal begehen und würden wie sie viele Jahre als Adventvolk in der Wüste wandern müssen.

Gott wollte nicht, daß Christi Wieder­kunft so verzögert würde. Gott hatte auch nicht geplant, sein Volk Israel vierzig Jahre durch die Wüste ziehen zu lassen. Er hatte versprochen, sie unmittelbar ins Land Kanaan zu führen und sie dort als ein heiliges, gesundes, fröhliches Volk anzusiedeln. Aber die Israeliten, denen dies zunächst versprochen worden war, gelangten nicht nach Kanaan „wegen des Unglaubens“ (Hebräer 3,19). Sie waren unzufrieden, rebellisch und haßerfüllt, und deshalb konnte Gott sein Versprechen, das er ihnen gegeben hatte nicht einlösen.

Vierzig Jahre lang schlossen Unglaube, Unzufriedenheit und Auflehnung das alte Israel aus dem Land Kanaan aus. Der Einzug des heutigen Israel ins himmlische Kanaan ist durch dieselben Sünden verzögert worden. Dennoch hat Gott in beiden Fällen kein falsches Versprechen gegeben. Schuld sind Unglaube, Weltlichkeit, mangelnde Hingabe und Streitigkeiten unter den Menschen, die sich als Gottes Volk betrachten. Dies alles hat uns so lange in dieser Welt der Sünde und der Sorge festgehalten. [FÜR DIE GEMEINDE GESCHRIEBEN – Bd. 1, S. 71f]

Am 9. Mai 1892 schrieb Ellen White von Melbourne Australien aus an einen Bruder:

Ich sah, dass Jones und Waggoner ihren Gegenpart in Josua und Kaleb hatten. Als die Kinder Israels die Spione mit sprichwörtlichen Steinen steinigten, habt ihr diese Brüder mit Steinen aus Sarkasmus und Spott gesteinigt. Ich sah, dass ihr es vorsätzlich abgelehnt habt, die Wahrheit kennen zu lernen, nur weil es zu demütigend für eure Würde gewesen wäre. Auch sah ich, dass wenn ihr ihre Botschaft akzeptiert hättet, wir im Königreich bereits zwei Jahre nach diesem Datum gewesen wären. Aber nun müssen wir zurück in die Wüste gehen und dort für vierzig Jahre bleiben. [Written from Melbourne, Australia, May 9, 1892] [ÜdA]

Diese Aussage von Ellen White werden wir bald, im dritten Teil noch genauer betrachten und sehen, dass dies der Schlüssel zu einer wunderbaren Erkenntnis ist.

Im Jahre 1888 wurde die Botschaft des vierten Engels abgelehnt. Und wie uns Ellen White mitteilt, führte dies dazu, dass wir noch einmal "40" Jahre in die Wüste geschickt wurden. Spirituell war uns das feste Dach über dem Kopf weg genommen worden und wir mussten wieder in Laubhütten wohnen, ohne Tempel, ohne Stadt, ohne feste Schutzmauern. Unsere Leiter hatten versagt und ein schrecklicher langer Marsch in der Wildnis begann. Da sie sagte, dass wir zwei Jahre nach diesem Datum im Himmel hätten sein können, hatte dieser Marsch in Wahrheit im Jahre 1890 begonnen, in dem Jahr, in dem Jesus hätte wiederkommen können. Statt in das himmlische Kanaan einzuziehen, zogen wir wieder in die Wüste. Deshalb sollten wir endlich einsehen und zugeben, dass das Laubhüttenfest auf diese schreckliche Zeit hindeutete und durch uns in den 3 mal 40 Jahren (120 Jahren) von 1890 bis 2010 bereits erfüllt wurde, was es völlig unnötig macht, erneut ein Laubhüttenfest feiern zu wollen. (Die Anti-Trinitarier unter uns sollten sich wieder mal überlegen, warum hier die "3" vorkommt.) Wie ich bereits im Artikel Die Macht des Vaters erklärte, wurde dieser Marsch dadurch beendet, dass uns Gott in eine Oase mit frischem Wasser geführt hat; der Ausschüttung des Heiligen Geistes im Spätregen seit 2010 und dem (erneuten) Verkündigen der Vierten En­gels­bot­schaft bzw. dem wahrhaftigen Mitter­nachts­ruf "Der Bräutigam kommt".

Dieses Ende der Wüstenwanderung wurde durch einen speziellen Schattensabbat prophezeit, dem achten Tage nach den sieben Tagen des Laubhüttenfestes.

Rede zu den Kindern Israel und sprich: Am fünfzehnten Tage dieses siebten Monats ist das Fest der Laubhütten sieben Tage dem Jahwe. Am ersten Tage soll eine heilige Versammlung sein, keinerlei Dienstarbeit sollt ihr tun. Sieben Tage sollt ihr Jahwe ein Feueropfer darbringen; am achten Tage soll euch eine heilige Versammlung sein, und ihr sollt Jahwe ein Feueropfer darbringen: es ist eine Festversammlung, keinerlei Dienstarbeit sollt ihr tun. (3. Mose 23,34-36)

Dieser achte Tag, der die Herbstfeste abschloss, wird von den Juden "Shemini Atzeret" genannt. Wie man sehr schön auf Hebräisch für Christen (in Englisch) nachlesen kann, war der Hauptritus dieses Tages das "Gebet für den Spätregen". Seit 2010 wird die Orion­botschaft gegeben und wir beten täglich dafür, dass die 144.000 diese Botschaft endlich annehmen und verstehen, denn bald geht der Anti-Typus dieses Festes zu Ende und wer als Adventist den Spätregen nicht empfangen haben wird, wird auch bald ausgesichtet sein.

Viele verstehen das Laubhüttenfest jedoch als ein Symbol für die Zeit der Plagen, in der uns der Herr durch Engel an die einsamsten Orte der Erde führen wird und wir auch nicht mehr selbst für unseren Erhalt und unsere Ernährung sorgen müssen. Diese Interpretation ist hübsch und eine mögliche dritte Anwendung, hilft uns  aber bei diesem Artikel nicht weiter. Denn wie wir in diesen Artikeln zur den Opferschatten sehen werden, waren alle Herbstfeste zusammen genommen ein Symbol für die gesamte Vorberei­tung des Volkes auf die Plagenzeit.

Um dies zu verstehen, müssen wir etwas studieren, das anscheinend noch nie genauer angesehen wurde. Ich möchte euch nun bitten, einmal die Kapitel 28 und 29 des 4. Buches Mose auch treffend "Zahlen" nach dem Griechischen genannt, kurz durchzulesen. Ich werde die Verse hier nicht alle wiedergeben, denn es sind zeremonielle Anwei­sungen für die Frühlingsfeste (Kapitel 28) und die Herbstfeste (Kapitel 29). Dort werden die exakten Statuten für die Anzahl der Opfer aufgelistet, die an jedem einzelnen Festtag zu opfern waren.

Die meisten von uns, lesen sehr schnell über diese Kapitel hinweg, da sie wirklich etwas "langweilig" sind. Man wird von Anwei­sungen geradezu eingedeckt und es macht in etwa soviel Spaß diese Kapitel zu lesen, wie die langen Auflistungen der Geschlechter oder ein Telefonbuch. Vielleicht hat deshalb noch nie jemand darüber nachgedacht, warum sich Gott die Mühe macht, das alles anzuordnen. Es ist uns doch gesagt worden, dass das irdische Heiligtum ein Schatten der zukünftigen Dinge ist und der Opferdienst damit ebenfalls. Ellen White gab uns ja mehrere Hinweise, dass wir den jüdischen Heiligtumsdienst nicht genügend verstehen. Da wir aber heute schon sehr viel verstehen, müssten diejenigen Dinge, die noch nie untersucht wurden, unser Interesse ganz besonders wecken. Und die Zahlen der Opfertiere sind meines Wissens nach noch nie untersucht worden. Deshalb hat gerade diese "langweilige" Auflistung von reinen Zahlen meine besondere Aufmerksamkeit geweckt.

Wenn wir nach typologischer Logik vorgehen, müssten uns die Zahlen der Opfertiere der Frühlingsfeste etwas über das Geschehen um Jesu Kreuzigung herum angeben und die Zahlen der Herbstfeste etwas für unsere Zeit. Nur was könnte das sein?

Wir sollen doch aus der Vergangenheit lernen und so macht es wohl Sinn, zuerst einmal die Opfer der Frühlingsfeste zu untersuchen und darin einen Sinngehalt zu suchen.

Die Opfer der Frühlings­feste

Opfergaben der FrühlingsfesteWeiter unten habe ich mehrere Tabellen aufgestellt, die, mit den entsprechenden Versnummern begleitet, eine Übersicht über die einzelnen Angaben zu den Opfern der Frühlingsfeste geben. Was wir suchen, sind diejenigen Opfer, die außer den täglichen Opfern, zu denen auch das Siebenten-Tags-Sabbatopfer zählte, in die Kernzeit der Feste fielen und angeordnet wurden. Deshalb nehmen wir die täglichen regelmäßigen Opfer bei unserer Betrachtung zuerst einmal aus, die am Anfang des Kapitels 28 angeordnet werden.

Auch fällt auch auf, dass der Herr das Passahlamm im 4. Mose 28 nicht erwähnt. Tatsächlich hat es in diesem Zusammenhang auch keine erneute typische Bedeutung, denn es fand seinen Anti-Typus in der Einführung des Abendmahls durch unseren Herrn (siehe Teil 2 der Kreuzschatten). Wir werden sehen, dass die göttliche Absicht war, dass dieses Opferlamm hier nicht noch einmal besonders erwähnt wird.

Weitere Vorbemerkungen:

  1. Wir finden exakte Angaben Gottes zu den Zahlen der von den Opfertieren abhängigen Mehlmengen, gemessen in Zehnteln eines Ephas (biblische Maßeinheit). Neuere Bibeln übersetzen diese Anteile in umgerechnete kg, was dazu führt, dass die enthaltene Prophezeiung nicht mehr entschlüsselt werden kann. Wir müssen schon bei den Mengenangaben und Einheiten Gottes bleiben, die Er uns gegeben hat.

  2. Die dem Opfermehl beizumengenden Anteile von Öl sind in der Maßeinheit "Hin" gegeben. Wenn man genauer hinsieht, sind die Anteile des Öls (dem Mehl beizumengen) und des Weins (für das Trankopfer) immer exakt gleich. Ich habe eine eingehende Untersuchung dieser Angaben unternommen und konnte keine direkte prophetische Bedeutung finden, während die Angaben der Semmel­mehlmengen allerdings eine hoch prophetische Bedeutung ergeben. Indirekt sind damit aber natürlich auch die Angaben des beizumengenden Öls und des wieder vom Öl abhängigen Trankopfers enthalten. Um aber dieses wieder ziemlich anspruchsvolle Studium nicht über Gebühr zu komplizieren, möchte ich die Hin-Angaben weglassen. Aber der Leser soll wissen, dass ich diesen Sachverhalt eingehend untersucht habe.

  3. Um eine vollständige Liste aller Opfer der Frühlingsfeste zu erhalten, müssen wir ergänzend zu 4. Mose 28 auch 3. Mose 23 heranziehen, da dort weitere Opfer genannt sind, die nach unserem Bibelkommentar (Quellenangaben unten) nicht durch die anderen Opfer ersetzt wurden, sondern zusätzlich gegeben wurden. Der prophetische Sinngehalt wird nur klar, wenn die Liste vollständig ist.

Das erste Frühlingsfest, das spezielle Opferanweisungen im 4. Mose 28 aufweist, ist der 1. Tag der ungesäuerten Brote:

FesttagAls zeremo­nieller Sabbat erklärtVerse der Anwei­sungOpfertiereAnzahl TiereSemmel­mehl mit Öl gemengtSemmel­mehl gesamt
1. Tag der ungesäuerten Brote

15. Abib (Nissan)
(3. Mose 23,6-8; 4. Mose 28,17-23)
3. Mose 23,7-8
4. Mose 28,18
4. Mose 28,19-23 Farren 2 3/10 6/10
Widder 1 2/10 2/10
Lämmer 7 1/10 7/10
Ziegenbock 1 Sündopfer  
SUMMEN: 11   15/10
Festtag
1. Tag der ungesäuerten Brote
15. Abib (Nissan)
(3. Mose 23,6-8; 4. Mose 28,17-23)
Als zeremo­nieller Sabbat erklärt
3. Mose 23,7-8
4. Mose 28,18
Verse der Anwei­sung
4. Mose 28,19-23
Opfertiere
2 Farren
× 3/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 6/10 Epha Semmel­mehl gesamt
1 Widder
× 2/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 2/10 Epha Semmel­mehl gesamt
7 Lämmer
× 1/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 7/10 Epha Semmel­mehl gesamt
1 Ziegenbock als Sündopfer
SUMMEN:
11 Tiere
15/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt

Diese Opferanweisung galt für alle sieben Tage des Fests der ungesäuerten Brote, sodass wir auf folgende Gesamtsummen kommen:

FesttageAls zeremonielle Sabbate erklärtVerse der Anwei­sung Anzahl Tiere Semmel­mehl gesamt
7 Tage Fest der ungesäuerten Brote

15.-22. Abib (Nissan)
(3. Mose 23,8; 4. Mose 28,24)
1. Tag: siehe oben
7. Tag: 3. Mose 23,8; 4. Mose 28,25
3. Mose 23,8
4. Mose 28,24
GESAMT: 77   105/10
Festtage
7 Tage Fest der ungesäuerten Brote
15.-22. Abib (Nissan)
(3. Mose 23,8; 4. Mose 28,24)
Als zeremonielle Sabbate erklärt
1. Tag: siehe oben
7. Tag: 3. Mose 23,8; 4. Mose 28,25
Verse der Anwei­sung
3. Mose 23,8
4. Mose 28,24
SUMMEN:
77 Tiere
105/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt

Aber es gab noch weitere Anwei­sungen für Opfer während der Festtage der ungesäuerten Brote im 3. Mose 23, die wir nicht unberücksichtigt lassen dürfen, nur weil sie im 4. Mose 28 nicht genannt sind:

FesttagAls zeremo­nieller Sabbat erklärtVerse der Anwei­sungOpfertierAnzahl TiereSemmel­mehl mit Öl gemengtSemmel­mehl gesamt
Fest der Erstlingsgarbe

16. Abib (Nissan)
(3. Mose 23,9-14)
nein 3. Mose 23,9-14 Lamm 1 2/10 2/10
Festtag
Fest der Erstlingsgarbe
16. Abib (Nissan)
(3. Mose 23,9-14)
Als zeremo­nieller Sabbat erklärt
nein
Verse der Anwei­sung
3. Mose 23,9-14
Opfertier
1 Lamm
× 2/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 2/10 Epha Semmel­mehl gesamt
SUMMEN:
1 Tier
2/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt

Das nächste Frühlingsfest, für das Gott Opferanweisungen gegeben hat, ist das Wochenfest, Erstlingsfest oder Pfingsten genannt:

FesttagAls zeremo­nieller Sabbat erklärtVerse der Anwei­sungOpfertiereAnzahl TiereSemmel­mehl mit Öl gemengtSemmel­mehl gesamt
Pfingsten (Erstlingsfest, Wochenfest)

50. Tag nach Erstlingsgarbe
(4. Mose 28,26-31)
4. Mose 28,26 4. Mose 28,27-31 Farren 2 3/10 6/10
Widder 1 2/10 2/10
Lämmer 7 1/10 7/10
Ziegenbock 1 Sündopfer  
SUMMEN: 11   15/10
Festtag
Pfingsten (Erstlingsfest, Wochenfest)
50. Tag nach Erstlingsgarbe
(4. Mose 28,26-31)
Als zeremo­nieller Sabbat erklärt
4. Mose 28,26
Verse der Anwei­sung
4. Mose 28,27-31
Opfertiere
2 Farren
× 3/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 6/10 Epha Semmel­mehl gesamt
1 Widder
× 2/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 2/10 Epha Semmel­mehl gesamt
7 Lämmer
× 1/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 7/10 Epha Semmel­mehl gesamt
1 Ziegenbock als Sündopfer
SUMMEN:
11 Tiere
15/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt

Wieder finden wir im 3. Mose zusätzliche Opfer zum Pfingstfest (siehe unseren Bibelkommentar, Band 1, zu 4. Mose 28,26):

FesttagAls zeremo­nieller Sabbat erklärtVerse der Anwei­sungOpferAnzahlSemmel­mehl mit Öl gemengtSemmel­mehl gesamt
Pfingsten (Erstlingsfest, Wochenfest)

50. Tag nach Erstlingsgarbe
(3. Mose 23,15-22)
3. Mose 23,21 3. Mose 23,17-20 Zwei
Webebrote
(2) 1/10 2/10
Lämmer 7 1/10 7/10
Farren 1 3/10 3/10
Widder 2 2/10 4/10
Ziegenbock 1 Sündopfer  
Lämmer 2 Dankopfer  
SUMMEN: 13   16/10
Festtag
Pfingsten (Erstlingsfest, Wochenfest)
50. Tag nach Erstlingsgarbe
(3. Mose 23,15-22)
Als zeremo­nieller Sabbat erklärt
3. Mose 23,21
Verse der Anwei­sung
3. Mose 23,17-20
Opfer
(2) Webebrote
× 1/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 2/10 Epha Semmel­mehl gesamt
7 Lämmer
× 1/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 7/10 Epha Semmel­mehl gesamt
1 Farren
× 3/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 3/10 Epha Semmel­mehl gesamt
2 Widder
× 2/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 4/10 Epha Semmel­mehl gesamt
1 Ziegenbock als Sündopfer
2 Lämmer als Dankopfer
SUMMEN:
13 Tiere
16/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt

Die Frühlingsfeste erstrecken sich im Gegensatz zu den Herbstfesten über die Monatsgrenze hinaus bis in den zweiten Monat. Das kommt durch die Wartezeit auf Pfingsten zustande (7 Wochen, deshalb auch "Wochenfest"). Vorsicht, es könnte sicherlich leicht übersehen werden, dass in die sieben Wochen der Omersabbate in der Wartezeit auf Pfingsten mit 100%iger Sicherheit ein Neumond fallen musste, der ebenfalls prophetisch zu berücksichtigen ist. Man sieht auch schon in der Gleichheit der Mengenangaben, dass er logisch zu den Frühlingsfesten dazu gehört:

FesttagAls zeremo­nieller Sabbat erklärtVerse der Anwei­sungOpfertiereAnzahl TiereSemmel­mehl mit Öl gemengtSemmel­mehl gesamt
Neumond innerhalb der Omersabbate nein 4. Mose 28,11-15 Farren 2 3/10 6/10
Widder 1 2/10 2/10
Lämmer 7 1/10 7/10
Ziegenbock 1 Sündopfer  
SUMMEN: 11   15/10
Festtag
Neumond innerhalb der Omersabbate
Als zeremo­nieller Sabbat erklärt
nein
Verse der Anwei­sung
4. Mose 28,11-15
Opfertiere
2 Farren
× 3/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 6/10 Epha Semmel­mehl gesamt
1 Widder
× 2/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 2/10 Epha Semmel­mehl gesamt
7 Lämmer
× 1/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 7/10 Epha Semmel­mehl gesamt
1 Ziegenbock als Sündopfer
SUMMEN:
11 Tiere
15/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt

Wie immer zum Verständnis der Prophetie - und es handelt sich hierbei um eine Prophezeiung, denn der Schattendienst ist an sich ein Typ für etwas, was später eintreffen sollte - brauchen wir einen Schlüssel, um die Prophezeiung aufzuschließen. Nach dem hermeneutischen Prinzip muss der Schlüssel in der Bibel selbst zu finden sein.

Hier ist es eigentlich ganz einfach, diesen Schlüssel zu finden, zumindest einen Teil davon. Er befindet sich nämlich im gleichen Kapitel 28 des 4. Buch Mose. Aber denken wir zunächst einmal über Semmel­mehl und Öl nach. Wir wissen doch, dass die Tiere alle auf Jesu Opfer hinwiesen. Aber was hier auffällt, sind die seltsamen Abhängigkeiten von gewissen Maßeinheiten von Mehl. Natürlich wurde das Mehl mit Öl vermengt. Das tut man, um Brot zu backen. Im Abendmahl verweist unser Herr selbst darauf, was wir unter dem Brot zu verstehen haben:

Und indem sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. (Markus 14,22)

Und warum war das Brot mit Öl vermengt. Was bedeutet das Öl?

Lassen wir uns das von Ellen White in einem ihrer schönsten Bücher erklären. In Bilder vom Reiche Gottes können wir im Kapitel über das Gleichnis mit den 10 Jungfrauen lesen:

In der Nähe des Elternhauses der Braut, so beginnt Jesus mit seiner Erzählung, stehen zehn Jungfrauen in weißen Kleidern. Jede trägt eine brennende Lampe und ein Ölfläschchen bei sich. Alle warten gespannt auf die Ankunft des Bräutigams, die sich verzögert. Stunde um Stunde verrinnt, bis die Mädchen vor Müdigkeit einschlafen. Plötzlich, um Mitternacht, ertönt der Ruf: „Siehe, der Bräutigam kommt; gehet hinaus, ihm entgegen!“ (Matthäus 25,6) Die Mädchen erwachen, springen auf und sehen den Brautzug herankommen, von Fackeln erleuchtet und von fröhlicher Musik begleitet. Schon können sie die Stimmen des Bräutigams und der Braut unterscheiden. Eilig greifen die zehn Jungfrauen nach ihren Lampen, um sie herzurichten, denn nun wollen sie schnell fort. Doch fünf haben vergessen, das Fläschchen mit Öl zu füllen, weil sie nicht mit einer so langen Wartezeit gerechnet haben. Darauf waren sie nicht vorbereitet. In ihrer Not bitten sie nun die anderen, die klüger waren: „Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen.“ Doch die haben das Öl aus den Flaschen bereits in die Lampen gefüllt und deshalb nichts mehr übrig. So sagen sie: „Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; geht aber zum Kaufmann und kauft für euch selbst.“ (Matthäus 25,7-9)

Während die fünf gedankenlosen Mädchen nun einkaufen gingen, zog die Hochzeitsgesellschaft weiter und ließ sie weit zurück. Die Mädchen mit den brennenden Lampen schlossen sich dem Zug an und betraten das Haus, das anschließend zugeschlossen wurde. Als schließlich die törichten Jungfrauen den Festsaal betreten wollten, wurden sie völlig unerwartet abgewiesen. Der Hausherr erklärte ihnen: „Ich kenne euch nicht.“ (Matthäus 25,12) So mussten sie im Dunkel der Nacht auf der menschenleeren Straße bleiben.

Diese Ge­schich­te von den zehn Jungfrauen erzählte Christus, als er die Hochzeitsgesellschaft beobachtete, die auf den Bräutigam wartete. Sie sollte veranschaulichen, was die Gemeinde unmittelbar vor seiner Wieder­kunft erleben wird. Die beiden Gruppen wartender Mädchen symbolisieren die beiden Arten von Menschen, die vorgeben, auf den Herrn zu warten. Als Jungfrauen werden sie bezeichnet, weil sie sich zum reinen Glauben an Christus bekennen. Die Lampen stellen das Wort Gottes dar, von dem der Psalmist sagt: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ (Psalm 119,105)

Das Öl ist ein Symbol für den Heiligen Geist, der auch in der Weissagung Sacharjas so dargestellt wird: „Und der Engel, der mit mir redete, weckte mich abermals auf, wie man vom Schlaf erweckt wird, und sprach zu mir: Was siehst du? Ich aber sprach: Ich sehe, und siehe, da steht ein Leuchter, ganz aus Gold, mit einer Schale oben darauf, auf der sieben Lampen sind und sieben Schnauzen an jeder Lampe, und zwei Ölbäume dabei, einer zu seiner Rechten, der andere zu seiner Linken. Und ich hob an und sprach zu dem Engel, der mit mir redete: Mein Herr, was ist das? … Und er antwortete und sprach zu mir: Das ist das Wort des Herrn an Serubabel: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth … Und ich sprach weiter zu ihm: Was sind die beiden Zweige der Ölbäume bei den zwei goldenen Röhren, aus denen das goldene Öl herabfließt? … Und er sprach: Es sind die zwei Gesalbten, die vor dem Herrscher aller Lande stehen.“ (Sacharja 4,1-14)

Von den beiden Olivenbäumen floss das goldene Öl durch die goldenen Röhren in die Leuchterschale und von dort in die goldenen Lampen, die das Heiligtum erhellten. So strömt auch von den heiligen Wesen, die in Gottes Gegenwart leben, der Heilige Geist zu den Menschen, die sich seinem Dienst geweiht haben. „Die zwei Gesalbten“ haben die Aufgabe, dem Volk Gottes die himmlische Gnade zu vermitteln, die allein sein Wort zu unseres Fußes Leuchte und zu einem Licht auf unserem Weg machen kann. „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.“

Bitte lest einmal das ganze Kapitel. Es sind dort wichtige Informationen für diese letzte Generation der 144.000 enthalten.

Was wir nun tun sollten, ist, die einzelnen Summen zusammenzuzählen und zu erkunden, ob es sich um Zahlen handelt, die eine prophetische Bedeutung im Zusammenhang mit der Ausschüttung des Heiligen Geistes haben könnte.

FesteSummen der OpfertiereSummen der Semmel­mehl­ein­heiten
Die sieben Tage des Fests der ungesäuerten Brote 77 105/10
Fest der Erstlingsgarbe 1 2/10
Pfingsten I (4. Mose) 11 15/10
Pfingsten II (3. Mose) 13 16/10
Neumondfest in der Wartezeit auf Pfingsten 11 15/10
GESAMT: 113 153/10
Summen über die Festtage
Die sieben Tage des Fests der ungesäuerten Brote
77 Tiere
105/10 Epha Semmel­mehl
Fest der Erstlingsgarbe
1 Tier
2/10 Epha Semmel­mehl
Pfingsten I (4. Mose)
11 Tiere
15/10 Epha Semmel­mehl
Pfingsten II (3. Mose)
13 Tiere
16/10 Epha Semmel­mehl
Neumondfest in der Wartezeit auf Pfingsten
11 Tiere
15/10 Epha Semmel­mehl
GESAMT:
113 Tiere
153/10 Epha Semmel­mehl

Als ich dieses Studium begann, hatte ich einen bestimmten Verdacht. Viele fragen mich, was meine Studienmethode sei. Ich antworte dann, dass ich mich vom Heiligen Geist leiten lasse. Es sind oft kleine Probleme, die ich in der Bibel finde oder Gedanken während eines Gebets, die mich auf etwas bestimmtes stoßen lassen. Ich studierte ja die jüdischen Feste eigentlich, um den Mond-Sabbathaltern zu entgegnen und damit wurde mir immer mehr klar, wie wenig von dem, was in der Bibel über die Feste steht, wir komplett erklären können. Die ersten beiden Teile der Schattenserie haben das hoffentlich klar gemacht.

Ich hatte den Verdacht, dass die vielen angeordneten Festtagsopfer einen Zusammenhang mit bestimmten biblischen Zeitabschnitten aufwiesen, während denen Ausnahmezustände auf Erden herrschten bzw. herrschen werden. Ich glaubte, dass die Festtagsopfer so etwas wie ein "Proviant" für diese bestimmten schweren Zeiten darstellen würden. Noch hatte ich keine Idee, wie dieses Studium in der Praxis aussehen sollte und wo die Schlüssel zu finden seien. Aber so ist das immer, wenn ich einer Sache nachgehe. Der Heilige Geist gibt eine Idee ein und dann durch fleißiges Studium unter Gebet erhalte ich die Lösungen. Manchmal schlafe ich ein und habe dafür gebetet und dann erhalte ich die Lösung am nächsten Morgen beim Aufwachen.

Aber was sind diese "Ausnahmezustände"? Als Jesus am Kreuz starb, trat solch ein Notfall ein. Wie wir im vorigen Teil erfahren haben, war das Opfersystem durch Jesu Tod am Kreuz ein für alle mal abgeschafft worden. Er starb genau zum Zeitpunkt des Schlachtens des täglichen Abendopfers und das Lamm entschlüpfte dem Priester. Das sagte uns Ellen White und bestätigt damit diese Sicht. Der Vorhang, der Heiliges und Allerheiligstes trennen sollte, wurde vom Vater von oben nach unten zerrissen und damit endete das jüdische Opfersystem.

Wir müssen aber verstehen, wodurch es ersetzt wurde; durch Jesu Fürsprecherdienst im himmlischen Heiligtum. Aber Jesus war nun erst einmal einen ganzen Sabbat lang im Grabe und als Er auferstand, war Er noch ganze 40 Tage mit den Jüngern auf Erden zusammen:

Vierzig Tage lang weilte Christus noch auf der Erde, um die Jünger auf ihr künftiges Werk vorzubereiten und ihnen das zu erklären, was sie bislang nicht hatten begreifen können. Er sprach über die Prophezeiungen, die sein Kommen, seine Verwerfung durch die Juden und seinen Tod betrafen, und zeigte, daß sich diese Voraussagen bis in alle Einzelheiten erfüllt hatten. Die Erfüllung der Prophezeiung, so sagte er ihnen, sollten sie als eine Bestätigung jener Kraft erkennen, die ihr künftiges Wirken begleiten würde. „Da öffnete er ihnen das Verständnis, daß sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: Also ist's geschrieben, daß Christus mußte leiden und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und daß gepredigt werden muß in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Hebt an zu Jerusalem und seid des alles Zeugen.“ (Lukas 24,45-48)

In diesen Tagen, die Christus mit seinen Jüngern verbrachte, machten sie eine neue Erfahrung. Als sie hörten, wie ihr geliebter Meister die Schrift im Lichte des Geschehenen erklärte, festigte sich ihr Glaube an ihn. Nunmehr konnten sie sagen: „Ich schäme mich dessen nicht; denn ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiß, er kann mir bewahren, was mir anvertraut ist, bis an jenen Tag.“ (2. Timotheus 1,12) Ihnen wurde bewußt, welcher Art das Wesen und die Größe ihrer Aufgabe sei, und sie erkannten, daß sie die ihnen anvertrauten Wahrheiten der Welt verkündigen sollten. Die Begebenheiten im Leben Christi, seinen Tod und seine Auf­er­ste­hung, die prophetischen Hinweise auf diese Ereignisse, die Geheimnisse des Erlösungsplanes, die sündenvergebende Macht Jesu – all dieses hatten sie als Zeugen miterlebt und konnten es nun der Welt bekanntmachen. Durch Umkehr und durch die Kraft des Heilandes sollten sie das Evangelium des Friedens und des Heils verkündigen. [DAS WIRKEN DER APOSTEL 26,27]

Wer versah den Fürsprecherdienst in dieser Zeit, als es weder Opfersystem noch Jesus als Hohepriester im himmlischen Heiligtum gab? Was wäre mit den Menschen geschehen, die in dieser Zeit gesündigt hätten? Hätte es Vergebung gegeben? Das sind nicht nur erlösungstheologische Fragen, sondern wir sollten darin einen Typ für eine Zeit sehen, in der wir bald in einer ähnlichen jedoch noch viel schlimmeren Situation sein werden. Die Zeit, in der Jesus das Heiligtum verlassen haben und Seine Fürsprache aufgehört haben wird. Dies ist die Zeit, wenn sich die Gnadentüre unwiderruflich geschlossen haben wird, der Heilige Geist sich von der Erde zurückgezogen haben wird und wir ohne einen Fürsprecher in dieser Welt leben müssen. Im Modellfall des Jahres 31 n. Chr. war Jesus zwar zeitweise mit den Jüngern zusammen und gab ihnen sicherlich Hoffnung, aber das Opfersystem war unwiderruflich abgeschafft worden und Er hatte Seinen Dienst im himmlischen Heiligtum noch nicht angetreten. Auch der Heilige Geist war nicht anwesend, was ebenfalls ein Merkmal der Zeit der Plagen ist.

Ich untersuchte die Festtagsopfer auf ihre mögliche Bedeutung als Provision, als Überbrückungsproviant, für diese Zeiten hin. Alles, was Jesus tat und in Typen anordnete, war im Hinblick auf die allerletzte Zeit geschehen, damit die 144.000 am exemplarischen Beispiel der Erfüllung der Frühlingsfeste, die entsprechende prophetische Bedeutung der Herbstfeste entschlüsseln könnten, um ihren Nutzen und ihre Konsequenzen daraus zu ziehen.

Wenn man einen "Reiseproviant" berechnet, braucht man zwei Angaben:

  1. Den Tagesbedarf der Reisenden
  2. Die Reiselänge in Tagen

Aus diesen beiden Angaben könnte man durch einfache Multiplikation, die benötigte Gesamtmenge des Überbrückungsproviants berechnen.

Was wäre aber, wenn man nur die Gesamtmenge des Reiseproviants vorgegeben hätte? Dann müsste man sehen, wie weit man damit kommen würde. Man müsste ermitteln, welches der Tagesbedarf ist und dann könnte man den vorhandenen Proviant durch den Tagesbedarf teilen und man erhielte die maximal mögliche Reisedauer in Tagen mit dieser Proviantmenge.

Da ich glaubte, dass die Gesamtmenge der Opfer der Frühlingsfeste die Provision für die Zeit des Ausnahmezustandes ab Jesu Kreuzestod war, fehlte mir eigentlich nur noch die Menge des Tagesbedarfs, damit ich errechnen konnte, für wie viele Tage die Festtagsopfer ausgelegt waren.

Es liegt eigentlich auf der Hand, welche Angaben zur Errechnung des täglichen Opferbedarfs heranzuziehen sind... die Zahlen des täglichen Opfers im Kapitel 28 des 4. Buches Mose:

Tägliche Opfer
(4. Mose 28,3-8)
OpfertiereAnzahl TiereSemmel­mehl mit Öl gemengtSemmel­mehl gesamt
Morgenopfer Lamm 1 1/10 1/10
Abendopfer Lamm 1 1/10 1/10
  SUMMEN: 2   2/10
Tägliche Opfer
(4. Mose 28,3-8)
Morgenopfer
1 Lamm
× 1/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 1/10 Epha Semmel­mehl gesamt
Abendopfer
1 Lamm
× 1/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 1/10 Epha Semmel­mehl gesamt
SUMMEN:
2 Tiere
2/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt

Der Tagesbedarf war also 2 Brote und damit würden wir auf 153 / 2 = 76,5 Tage Überbrückungszeit zwischen Jesu Tod und Antritt des Heiligtumsdienstes kommen, was nicht logisch erscheint. Irgendetwas fehlt noch in unserer Berechnung.

Ohne ein tieferes Verständnis des täglichen Opfers kann man diese Dinge nicht studieren. Der Priester hatte die Verpflichtung, jeden Tag das tägliche Opfer für das Volk zu bringen. Aber es gab auch ein besonderes festgesetztes tägliches Opfer für die Priester aus dem Stamme Levi selbst:

Und der HERR redete mit Mose und sprach: Das soll das Opfer sein Aarons und seiner Söhne, das sie dem HERRN opfern sollen am Tage der Salbung: ein Zehntel Epha Semmel­mehl als tägliches Speisopfer, eine Hälfte des Morgens, die andere Hälfte des Abends. In der Pfanne mit Öl sollst du es machen und geröstet darbringen; und in Stücken gebacken sollst du solches opfern zum süßen Geruch dem HERRN. Und der Priester, der unter seinen Söhnen an seiner Statt gesalbt wird, soll solches tun; das ist ein ewiges Recht. Es soll dem HERRN ganz verbrannt werden; denn alles Speisopfer eines Priesters soll ganz verbrannt und nicht gegessen werden. (3. Mose 6,19-23)

Dieses tägliche Opfer kann man leicht übersehen, denn es war ziemlich gut an einer anderen Stelle der Bibel "versteckt". Wie wir noch sehen werden, hat aber gerade dieses eine herausragende Bedeutung für unsere Zeit. Fügen wir diese Erkenntnis nun der Tabelle des Tagesproviants hinzu:

Tägliche Opfer
(4. Mose 28,3-8)
OpfertiereAnzahl TiereSemmel­mehl mit Öl gemengtSemmel­mehl gesamt
Morgenopfer Lamm 1 1/10 1/10
Abendopfer Lamm 1 1/10 1/10
Morgendliches Priesteropfer     1/20 1/20
Abendliches Priesteropfer     1/20 1/20
  GESAMT: 2   3/10
Tägliche Opfer
(4. Mose 28,3-8)
Morgenopfer
1 Lamm
× 1/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 1/10 Epha Semmel­mehl gesamt
Abendopfer
1 Lamm
× 1/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
= 1/10 Epha Semmel­mehl gesamt
Morgendliches Priesteropfer
1/20 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
Abendliches Priesteropfer
1/20 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt
GESAMT:
2 Tiere
3/10 Epha Semmel­mehl mit Öl gemengt

Typologisch stand das tägliche Opfer von zwei Broten für das Volk für den Tagesbedarf an "Heiligem Geist" eines "normalen" Jüngers Jesu in der Zeit nach Jesu Tod, während der benötigte Proviant eines Apostels geringer war und nur ein Brot betrug.

Berechnen wir jetzt erneut die maximale Überbrückungszeit, für die der an den Frühlingsfesten vorausschattend geopferte Gesamtopferbestand ausreicht:

153 / 3 = 51 Tage

Jesus war einen Tag im Grabe... Sabbat der 15. Nissan, der erste Tag der ungesäuerten Brote. Daraufhin erfolgte die Anwei­sung, dass man von dem Tag nach diesem Sabbat (dem 16. Nissan oder dem Tag des Webens der Erstlingsfrucht) 50 Tage zählen sollte, um auf das Pfingstfest zu kommen, das die Ausgießung des Frühregens prophezeite.

Darnach sollt ihr vom Tage nach dem Sabbat, von dem Tage, da ihr die Webegarbe darbringt, sieben volle Wochen abzählen bis zum Tag, der auf den siebenten Sabbat folgt, nämlich fünfzig Tage sollt ihr zählen, und alsdann dem HERRN ein neues Speisopfer darbringen. (3. Mose 23,15.16)

Zählen wir zu diesen 50 von Gott festgelegten Tagen den Tag hinzu, an dem Er im Grabe ruhte kommen wir auf exakt 51 Tage Proviantbedarf. Während Jesus selbst das Abendopfer am Freitag den 14. Nissan darstellte, brauchten die Israeliten, Volk sowie die Jünger und Apostel (die wahren Leviten und Priester), einen bestimmten Tagesbedarf von 3 Broten mit Heiligem Geist gemengt für die Überbrückungszeit bis zur wirklichen Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten 51 Tage später.

Es liegt nun nahe, zu schlussfolgern, dass Jesus zwar am 40. Tage nach seiner Auf­er­ste­hung in den Himmel aufgefahren war, aber noch nicht Seinen Dienst im Heiligtum bis zur Aussendung des Heiligen Geistes angetreten hatte, denn Gott in Seinem unendlichen Ratschluss hatte für exakt 51 Tage Provision gesorgt. Ich kenne keine gegenteiligen Aussagen des Geistes der Weissagung. Wenn jemand so etwas findet, bitte ich es mir zuzusenden.

Im zweiten Teil der Opferschatten werden wir über die Herbstfeste nachdenken und wie es möglich war, dass die Jünger ihre Portion "Brot" erhielten, trotzdem bei den Frühlingsfesten im Jahre 31 n. Chr. gar keine gültigen Opfer mehr als Provision dargebracht werden konnten, da der Opferdienst ja schon mit Jesu Tod abgeschafft war.